Keine Ahnung, ist uns auch egal..!
Warum die Degenerierung der deutschen Sprache kein Kollateralschaden der Globalisierung ist und was uns an Kommunikationsgrundlagen fehlt...
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Created by mordaz on 2006.10.09, 22:26.

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Montag, 16. Oktober 2006
Mehr als nur drei indische Affen
Religiöses Ignorantentum betrifft insbesondere diejenigen, denen es zu anstrengend ist sich mit Religion auseinanderzusetzen und die ihr religiöses Weltbild auf einige Parolen beschränken. Ich spreche nun nicht über Fanatiker, vielmehr über überzeugt Uninformierte. Möge ihre Zunge an einem Bordstein festkleben und sie dazu verdammen den Rest ihres Lebens im Kreis zu laufen.

Beispiel: Katholisches und Evangelisches Christentum - Die Bibel
Man muss als Mensch kein großer Freund der Bibel sein, sollte sie aber zumindest ausschnittsweise gelesen haben. Nicht nur, weil sie immer noch "Weltbestseller" ist (obwohl schon fast 2000 Jahre alt), sondern auch, weil sie bis heute kontroverse Ansichten produziert. Die Diskussionen um dieses Buch sind noch lange nicht abgeschlossen, sein Inhalt beileibe noch nicht lupenrein und interpretatorisch eindeutig dechiffriert.
Es ist also durchaus nicht ganz unklug informiert zu sein, besonders, wenn man mit den großen Fischen schwimmen will. Manche schwimmen blind und ohne überhaupt ein Fisch zu sein.
Dabei kommt oft etwas heraus, dass vulgo auch als "geistiger Bullshit" (man verzeihe mir den Anglizismus, ich zitiere!) bezeichnet wird.
"Die Bibel ist doch nur ein Märchen!" oder
"Die Bibel ist doch nur ein Buch über die Lebensgeschichte von so 'nem Spinner irgendwo da unten in Afrika!" sind nur zwei Beispiele für das, was unter Fachmännern gemeinhin als laienhaftes Ignorantentum klassifiziert wird.
In eine ähnliche Schublade, wie die illustren Bibeleinschätzungen gehören auch die folgenden Antworten auf die Frage "Glaubst du an Gott?":
"Nö, Gott ist dumm."
"Nö, Gott ist tot, haha." (mein persönlicher Anti-favorit)
"Nein, ich glaube an den Teufel, denn ich bin der Antichrist...wahah."
Diese Beispiele sind keineswegs frei erfunden, sondern wortwörtlich übernommen.
Man möchte manchmal fast ein bisschen schreien.
Diese Problematik des Desinteresses gepaart mit Vorurteilen und einer gehörigen Portion grober Dummschwätzerei ist dabei kein Phänomen der Jugend. Durch die zunehmende Offenheit der Religionsunterrichte wird sie allerdings in den jüngeren Generationen verschärft deutlich.
Mein Großvater kann die Bibel noch zitieren. Die meisten Menschen in ihrem Zwanzigern können sie nur noch ignorieren und sich durch die "Ich geb zu jedem Mist meinen Kommentar ab" Mentalität bis auf die Knochen blamieren.

Eine kleine Liste von Antworten im Umgang mit besonders penetranten Ignoranten ist über die Jahre enstanden. Viel kann man diesen Menschen nicht entgegensetzen, denn sie wären keine Ignoranten, wenn sie sich durch Belehrungen bessern ließen. Aber immerhin drückt es den Blutdruck etwas, wenn man sich zumindest sagen kann, man hat es versucht.
Der Umgang zeigte man darf ruhig provokativ-kontraproduktiv sein. Man füttert nämlich irgendwie tote Goldfische und hofft sie beißen einem doch noch in den Finger...

Ein Ausschnitt aus der Liste:
1. Metapher UNGLEICH Märchen
2. Die Bibel ist nicht ein Buch und weder die Autobiographie von Jesus noch geht es in ihr nur um ihn
3. Geographie war noch nie deine Stärke, eh?
4. Eine transzendente, auf reinem Glauben basierende, Lichtgestalt kann selbst weder geistige Eigenschaften besitzen, noch sich im materiellen Zustand des Todes befinden
5. Es ist zauberhaft, dass du immerhin einen Satz von Nietzsche kennst, aber mach vielleicht als nächstes mal Bekanntschaft mit dem Duden, respektive dem Eintrag "Aphorismus"
6. Du bist kein Satanist, weil du den Namen von laVey einigermaßen fehlerfrei schreiben kannst
7. Du bist auch kein Satanist, weil du schwarze Kleidung trägst..
8. Du bist auch nicht der Antichrist, weil du mal bei Wikipedia nachgeschlagen hast, wer das ist
9. Andersgläubige sind nicht dumm, nur weil sie nicht das Gleiche denken wie du

Summa Summarum für alle Ignoranten
Durch das Gesetz und die Gesellschaft ist es jedem Menschen gestattet keine Meinung zu etwas zu haben, aber wenn euch das Thema Religion egal ist, dann müht euch nicht um unaufgeklärtes Geschwafel. Religion ist kein einfaches Thema und viel zu vielschichtig, als dass man es oberflächlich bewerten könnte.
Jede große Glaubensrichtung hat ihre eigenen Geschichte, hat Hoch- und Tiefpunkte und selbstredend auch Leichen im Keller.
Ihr werdet fürchterlich wütend, wenn man euch auf eine Sache reduziert, warum tut ihr es dann mit einem Komplex, der Jahrtausende alt ist und von Milliarden Menschen verändert wurde?
Es würde jeden Menschen stören, wenn man über ihn urteilt ohne ihn zu kennen.
Interessanterweise wird mit genau dieser Ignoranz durch das gläubige oder negierende Individuum jedwede andere Art von Glauben behandelt.

Und ein Anekdötchen zum Schluss...
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wurde ich von Mitmenschen als stark religiöser Mensch eingestuft, weil ich über jede Religion sehr viel zu erzählen hatte. Ich hatte mir all das Wissen mühsam angelesen.
Es hat sie nicht wirklich interessiert, als ich versuchte zu erläutern, dass eine omnivisuelle Perspektive bedeutsam ist in einer solchen, bisweilen kriegstreibenden Thematik.
Vielleicht kannten sie auch nur das Wort omnivisuell nicht, wer weiß..
Irgendwann reduzierte ich mich auf ein entwaffenendes und strunzblödes "Know your enemy." und im Folgenden ein "Das werde ich dir nicht erzählen." wann immer die Sprache auf meine Glaubensrichtung kam.
Seitdem bin ich Sektenmitglied in einer ominösen Sekte.
Der menschliche Erfindungsgeist ist so entzückend.
mordaz, 23:08h

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Über Nacht klart es auf...
Die Wettervorhersage zum Bereich "Die deutsche Sprache"
1. Hobbylegasthenie oder "Wie treibe ich mein Umfeld in den Wahnsinn?"
2. Euphemismen und Verniedlichungen
3. Eine kleine, virtuelle Emoctions Lehre
4. Die Jugendsprache und das Internet - wenn der Mensch verlernt zu schreiböööööööööön!

Die Wettervorhersage zum Bereich "Historische Abrisse"
1. Der Englisch-Sansibarische Krieg
2. Das stalinistische Bambi
3. Warum man besser nicht "Gesundheit" wünscht

Die Wettervorhersage zum Bereich "Deus Ex Societatis"
1. Religiöses Ignorantentum (x)
2. Ebenso spezifieren werde ich noch:
- Pseudosatanistentum
- Satanistentum nach laVey & die Bedeutung des Menschen im Satanistentum
- Klischées und Vorurteile zum Thema "Satanisten"
3. Meiner Ansicht nach ist es unmöglich Atheist zu sein.
4. Außerdem kündige ich jetzt schon mal einen Beitrag darüber an, warum Shintoismus auf lange Sicht mein absoluter Weltglaubensfavorit ist.

Die Wettervorhersage zum Bereich "Belastender Ballast"
1. Lustige Dinge, die meinen Kritikern zustoßen könnten
2. Eine kleine Fotogeschichte über ein variables Thema
3. Die zünftige Kolumne zynischer Zeitgenossen
4. Das Phänomen Chuck Norris

Die Wettervorhersage zum Bereich "Rezensionen"
1. Christine Wunnicke - Die Kunst der Bestimmung [Buch]
2. Luna Luna - Es war einmal.. [CD]
3. Kamelot - Epica [CD]

Die Wettervorhersage zum Bereich "Aktuelle Nachrichten"
..ist natürlich stark abhängig von den aktuellen Geschehnissen.
Was noch aufs Tapet muss:
1. Google & YouTube
..wird in Zukunft etwas aktueller, versprochen.
mordaz, 22:59h

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Dienstag, 10. Oktober 2006
Vater unser, dort im Himmel, schaust du noch auf uns herab...
..oder schläfst du, pflichtvergessen, müde von der großen Tat?
[Subway To Sally - Abendland]

Was ich gerne sagen will...
Katholische Kirchen sind meine Steckenpferde. Kathedralen begeistern mich besonders.
Der Anblick der Kathedrale in Reims beeindruckt mich weit mehr als Bilder von hunderttausend friedliebenden Papsthippies in Köln auf dem Weltjugendtag. "Notre Dame" sorgt auch nicht dafür, dass mein Zug zwei Stunder Verspätung hat (...aber das ist eine andere Geschichte, die damit anfing, dass ich mich weigerte auf den WJT zu gehen).
Was müssen die Menschen also geglaubt haben um derartiges zu bauen? Ich finde katholische Bauten sind ein Zeugnis unglaublicher Macht und Macht hat mich schon immer fasziniert.
Aus diesem Grund spreche ich unglaublich gerne über den Menschen und seinen Glauben.
Und das ist darum heut mein Thema. Punkt.

Irgendwo in den staatlichen Akten zu meiner Person steht, dass ich katholischen Glaubens bin. Ich finde es irgendwie kleinlich auszutreten, denn
1. die Kirchensteuer setze ich sowieso von der Steuer ab,
2. die Kirche hat dafür gesorgt, dass ich an diesem einen schönen Tag (manche nennen ihn 'erste heilige Kommunion') nach einem langweiligen Kirchbesuch in weißem Kleidchen ein neues Fahrrad geschenkt bekam und
3. allzuletzt, aber nicht ganz unbedeutend, ich könnte versuchen dem katholischen Diözesanamt ein Stipendium aus den Rippen zu leiern.

Dies geht selbstverständlich nicht mehr, wenn ich ihnen erzähle, dass ich gläubiger Buddhist bin. Dann erzählen sie mir nämlich, da könnte ich mir dann auch mein Geld abholen:
bei einem dicken, lachenden Kerl, der irgendwo in Tibet an einem goldenen Stein herumsitzt.
Noch schlimmer haben es gewiss Nietzschebegeisterte getroffen. Als Nihilisten müssen sie auf all diese Narren schimpfen und ihr Glück bei den staatseigenen Anstalten suchen. Nietzsche hat leider nie eine Stiftung eröffnet - es gibt also NICHTS zu holen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber fort vom schnöden Studenten-Mammon zurück zu theologischem Gedankengut..

Ich bin also Katholikin. Das freut meine Großmutter, meine Religionslehrerin und lässt mich ansonsten aber reichlich .. kühl. Man könnte das nun als moralisch verwerflich bezeichnen. Ist es vielleicht auch. Aber solang die Kirche Geld für neue Teppiche im Vatikan bekommt, wird sie mich nicht davon abhalten diese Einstellung zu haben, da bin ich mir sicher. Würde sie nämlich anfangen so penibel zu werden, müsste der Vatikan ab morgen sogar schon beim Fensterreiniger sparen. Seien wir also nicht päpstlicher als der Papst. Ich finde es auch wesentlich wichtiger, was man im Zwischenmenschlichen kontrovers diskutiert als das, was irgendwo auf einem Wisch mit Stempel steht.
Das Weltbild der Agnostiker entspricht viel eher dem meinigen.

Das Supermarkt-Gleichnis
Schließlich bezahle ich ja auch im Supermarkt Geld für eine Banane und nicht dafür, dass jemand neben mir steht, während ich motiviert Kaugeräusche mache und mir erzählt "Sie essen nun Banane, lecker, gelb, köstlich, Banane..Banane!" ...dass ich diese eingebildete Banane hinterher von der Steuer absetzen kann, tröstet mich dabei nicht wirklich.
Wenn mir jemand bewiesen hat, dass diese Banane, die ich verzehre, mal an einem Baum gehangen hat, dass ich sie in der Hand halte und dass ich im Begriff bin sie tatsächlich zu konsumieren, ja, dann bin ich bereit an die Existenz der Banane zu glauben.
Das mit der Banane kann nun jeder halten, wie er möchte. Allein zwei Ausprägungen gefallen mir überhaupt nicht und versetzen mich sogar in Wut.

Szenario Eins:
Sie stehen mit einer weiteren Person im Supermarkt. Sie haben soeben eine eingebildete Banane erstanden und konsumieren diese gerade voller Eifer und in tiefem Vertrauen auf ihre Existenz. Da erdreistet sich die Person neben ihnen stattdessen eine eingebildete Anchovi käuflich zu erwerben. Sie jagen diese Person, inklusive ihrer Anchovi, dem Supermarkt, dem Viertel um den Supermarkt und, natürlich ihrer eigenen Person, in die Luft im festen Glauben daran nach ihrem Tod auf der Bananenplantage zu landen.

Szenario Zwei:
Sie stehen mit einer weiteren Person im Supermarkt. Sie selbst sind eines von diesen blöden, unaufgeklärten, geistig umnachteten Möchtegernchemieunfallopfern. Die andere Person kauft eine eingebildete Banane und erfreut sich sichtlich an deren Existenz.
Sie hassen diese Person auf der Stelle, denn in ihrem ganzen Leben haben Sie nie auch nur ein einziges Mal mit Bananen zu tun gehabt. Ihre dunklen Freunde aus der Chemikalienecke haben aber gesagt "Äpfel sind eine Lüge und Menschen, die Äpfel kaufen sind dumme Hornochsen." Ihnen ist überaus egal, dass sie den Wohlfühlbereich der anderen Person tangieren, als Sie beginnen hirnrissige Parolen zu brüllen
(Als Beispiel seien genannt: "Bananen sind dumm!" und "Das Bananenkuchenrezept ist ein Kindermärchen!"),
ihnen ist auch egal, dass ein Apfel und eine Banane nicht dasselbe sind (das wissen Sie nämlich nicht..) aber am aller egalsten ist ihnen, dass es der anderen Person egal ist, was sie denken, denn Sie mögen nunmal ihr in jeder Hinsicht beschränktes Weltbild.

...und was ich doch eigentlich nur sagen wollte.
Subsummierend für den heutigen Beitrag kann man wohl sagen...Religion scheidet die Geistlichen..pardon, Geister. Und leider war das alles noch nie lustig. Zwar reagieren nicht alle direkt mit Morddrohungen auf Karikaturen, dafür hat es in der Vergangenheit schon für das eine oder andere Progrom gereicht.
So muss vielleicht müde schmunzeln, wer aus dem bayrischen "Ich bin a Theist, Gott seis gedankt!" auditiv ein "Ich bin Atheist, Gott sei Dank!" macht. Wo wäre der Mensch ohne Wolle zum drüber streiten?
mordaz, 20:01h

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Montag, 9. Oktober 2006
Wer war denn nun auf der falschen Limesseite?
Mein letzter Mittelstufen-Lateinlehrer (seines Zeichens Ex-Diktatores meiner wundervollen Schule) weigerte sich damals Caesars "De Bello Gallico" mit uns zu lesen. Er war militanter Kriegsgegner und befüllte lieber die Schüler mit ratio wie ein Bäcker Kreppel mit Marmelade.
Wir haben ihm einen Gefallen getan und die Lektüre nicht vehement eingefordert (wir sind ja auch nicht ganz blöd und arbeitswillig). Dennoch sind uns einige Faktoren selbstverständlich nicht entgangen.

Da war er also, dieser lässige Typ, den wir heute Cäsar mit ä nennen. Ä wie in lässig eben.
Und diesem Typ, diesem lässigen Typ, dem war im Jahre 58 vor Christus mächtig langweilig.
Während sich jeder normale Bürger ein produktives Hobby gesucht hätte (eine Weinplantage gründen, ein brechend langes Buch über ratio schreiben, nach Pompeii in Urlaub fahren..), musste besagter Cäsar natürlich aus der Reihe tanzen. Unglücklicherweise jedoch nicht in einem gutbürgerlichen altrömischen Tanzkurs sondern auf dem weltpolitischen Schlachtfeld der damals bekannten, antiken Welt.
Er beschloss seine Freunde im Norden zu besuchen und sie zu zivi....romanisieren. Der Cäsar backte nämlich äußerst ungern kleine Brötchen.
Er verpflichtet also jede Menge Bürger der römischen Reiches, denen eigentlich garnicht so langweilig war, und ging mit ihnen auf einen Spaziergang in den kalten, bebaumten Norden.
Dort schlug er sich ein bisschen mit lokalen Gegnern seiner großen politischen Endziele, baute ein paar kleinere und größere zivilisatorische Meisterwerke und erreichte irgendwann den guten alten Vater Rhein.
Nun sei gesagt...die Ureinwohner der teutonischen Breiten waren natürlich ein wenig langsam von Begriff und verstanden selbstredend nicht auf Anhieb, was der gute Herr mit dem leicht transvestitisch anmutenden, in Wahrheit aber megamännlichen, Federbusch auf dem Kopf da von ihnen wollte. Diejenigen, südlich des Rheins, die vor lauter Verblüffung einfach überrannt worden waren, fanden sich schnell mit ihrer Situation ab und beschränkten sich darauf in den neuen, hübschen Badehäusern ihre Füße einzuweichen und ab und zu dem römischen Besatzer in den Rücken zu fallen.
Ihre Artverwandten nördlich des Rheines erwiesen sich als sturer und irgendwann entschied man sich für Trick 17. Man baute eine Mauer.

Wir entnehmen De Bello Gallico 8,1
"Unterdessen legt er mit der Legion, die er bei sich hatte, und mit den Soldaten, die aus der Provinz zusammengekommen waren, vom Genfer See, der in die Rhone fließt bis zum Juragebirge [...] eine Mauer von 19000 Doppelschritt Länge und 16 Fuß Höhe an und einen Graben davor."

Dieser Trick 17 würde übrigens in die Geschichte eingehen als "bester Notfalltrick für ganz besonders Verzweifelte". Dieser Trick sticht mit seiner Brillianz sogar das trojanische Pferd aus.
(Darum hat man in Berlin 1961, in Kalifornien seit 1990 ungerade und in Israel seit 2003 auch nicht angefangen Pferdchen zu bauen und niemand schrieb über "Another brick in the horse")


So sah es nun also im alten Gallien aus. Alle waren zufrieden, wenn man mal von denen im Süden, denen im Norden und unserem lässigen Cäsar und seinen frierenden Lederröckchenträgern absah.
Beide Parteien fanden, dass die jeweils anderen Partei definitiv nichts auf der anderen Rheinseite verloren hatte. Man invasierte in unregelmäßigen Abständen das andere Stück Gallien, brannte ein paar Brücken nieder und war auf Nordseite regelrecht verzückt, als die heißen Südländer irgendwann überhaupt keine Lust mehr auf Eisbeine hatten.
Gewonnen haben sie trotzdem, auch wenn Buch 8 (übrigens nicht mehr von Cäsar) mitten im Satz abbricht.
Der Rest ist Geschichte...wie üblich.

Und wer war nun auf der falschen Limesseite?
Ist wohl Interpretationssache. Man weiß allerdings, wer 51 vor Christus fließendes Wasser hatte und wer nicht.

Erste historische Exkursion der Superlative Ende.

Post Publicorum:
Soeben hielt man mir entsetzlich empört vor, auch die Gallier hätten eine Kultur besessen. Diese wäre sogar noch weitaus beeindruckender als die römische gewesen. Ich möchte dies nicht verneinen.
Was die römischen Besatzer allein dem ausgeprägten gallischen (religiösen) Glauben angetan haben, ist überaus indiskutabel.
Man verwies mich auf die BBC Reportage "Die Barbaren". Nun halte ich die BBC nur in einem gewissen Rahmen für eine gute historische Referenz.
Fest steht, die Gallier hatten keine geordneten Großstädte mit gigantischen Wasser- und Verwaltungsanlagen.
Punktum. Gallische Kultur hin oder hinüber.
mordaz, 22:32h

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In the circle of l..anguage, baby!
Mit den Fremdwörtern in der deutschen Sprache, ist es so eine Geschichte. Jeder Zweite warnt vor Anglizismen und hat damit oft nicht ganz Unrecht. Es ist legitim ein Wort, das es in der deutschen Sprache noch nicht gibt, ganz hochoffiziell und mit viel Tamtam einzubürgern. Weitaus unsinniger ist es jedoch ein deutsches Wort (ob nun in Fach- oder Umgangssprache) kurzentschlossen durch ein ausländisches zu ersetzen. Um einen Vergleich zu bringen..

Wir befinden uns in Land X. Land X hat viele glückliche Bürger, die dort leben, arbeiten und sterben.
Wir finden zum Beispiel Bürger H. Bürger H ist ein zufriedener Bürger und er leistet dem Land gute Dienste. Eines Tages gesellt sich zu Bürger H in einer Kneipe während des wohlverdienten Feierabends Ausländer S. Er ist momentan in Land X und Bürger H und Ausländer S verstehen sich so gut, dass sie spontan beschließen Freunde zu werden. Ausländer S gefällt es in Land X sehr gut, denn hier gibt es niemand der seine Aufgaben so gut erfüllen kann wie er.
So wird aus Ausländer S nach kurzer Zeit Bürger S. Manchmal fragen Leute Bürger H auf der Straße, ob Bürger S schon immer da gewesen wäre. Dieser bejaht das.
Nach einem halben Jahr sind die beiden wieder in der Kneipe, zusammen mit ihrem Kollegen Bürger F. Da kommt jemand zur Tür herein; nennen wir ihn Ausländer F.
Ausländer F ist Bürger H und Bürger S viel sympathischer als Bürger F, der Teufel weiß warum.
Bürger F wird von Bürger H und Bürger S aus dem Freundeskreis geworfen, seine Stelle wird gekündigt und sein Posten durch Ausländer F ersetzt. Dieser arbeitet so gut, dass man ihn bald einbürgert, was nun bedeutet, dass es Bürger F zweimal gibt.
Um größere Missverständnisse vorzubeugen wirft man den alten Bürger F aus dem Land mit dem guten Rat er solle sehen, dass er Land gewinnt...

Man erzählte mir kürzlich das Phänomen des zunehmenden Anglizismengebrauchs hätte ironischerweise ein interessantes Äquivalent. In der Türkei würden zunehmend deutsche Wörter genutzt, es gäbe eine latente Neigung zur Germanisierung der türkischen Sprache.
Vielleicht sollte ich einfach in 20 Jahren in die Türkei ziehen? Da spricht man dann wenigstens noch meine Muttersprache.
mordaz, 22:25h

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Vater unser, dort im...
..oder schläfst du, pflichtvergessen, müde...
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Wer war denn nun auf...
Mein letzter Mittelstufen-Lateinlehrer (seines Zeichens...
by mordaz (2006.10.09, 23:42)
In the circle of l..anguage,...
Mit den Fremdwörtern in der deutschen Sprache,...
by mordaz (2006.10.09, 22:25)

.Name : mordaz
.Date of Birth : Febuary 1988
.Age : 18
.From : Mayence, RLP, Germany
...tbc ;)
Just a little note..
Reuters
FAZ
Der Wiesbadener Kurier
Die ZEIT
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